Chorl und Lyra: Vielstimmig für Ybbsitzer Flüchtlingshilfe



Ziemlich genau ein Jahr ist es her, seit die erste syrische Flüchtlingsfamilie in Ybbsitz angekommen ist. Mittlerweile leben sechs Familien – insgesamt 29 Personen – hier, und eine Projektgruppe, organisiert vom Sozialausschuss der Pfarre in Kooperation mit der Gemeinde, bemüht sich mit viel Herz, diesen Menschen zu helfen: bei der Bewältigung ihrer alltägliche Sorgen und Aufgaben, beim schwierigen Umgang mit den Behörden und der Integration in die ihnen fremde österreichische Lebens- und Arbeitswelt.
Da die Hilfe der Behörden oft sehr schleppend einsetzt, ist in vielen Fällen auch eine finanzielle Überbrückungshilfe notwendig, es gilt (gebrauchte) Kleidung oder Einrichtungsgegenstände zu organisieren, Deutschkenntnisse zu vermitteln, und immer wieder gehören Vorurteile überwunden und Kontakte geknüpft, damit Hilfe möglich ist und auch ankommt. Eines ist immer wieder zu hören: Beschenkte gibt es auf beiden Seiten, auf keinen Fall ist es ein einseitiges Geben, und die Welt von Ybbsitz ist im letzten Jahr ein Stück weiter, größer, offener geworden.
Dies war auch vergangenen Samstag in der NMS für die über 200 Besucher des Benefizkonzertes „Sprichst du Musik?“ zu spüren, zu dem der Jugendchor „Chorl“ und das Vokalensemble „Lyra“ eingeladen hatten. Zwei Stunden schwungvolle Chormusik, begleitet von einer hervorragend eingespielten Band, abwechselnd vorgetragen von beiden Ensembles, wurden vom Publikum mit viel Applaus belohnt. Zwei syrische Jugendliche in der Kleidung ihrer Heimat sangen kurdische Lieder – ein sehr berührender Moment in diesem Konzert.
Ein wichtiger Teil des Abends war die Moderation, die mit einem ganz banalen SMS-Chat zweier Jugendlicher begann und langsam immer tiefer in die Problematik der Flüchtlinge und unseres Umgangs mit ihnen, mancher Vorurteile und auch Sorgen und Hoffnungen eintauchte. Mit Texten aus ihrer Heimat und mit ganz persönlichen Worten dankten die syrischen Familien für die gute Aufnahme und die vielen Freundschaften in Ybbsitz. In der Pause war auch Zeit und Gelegenheit, sie als konkrete Menschen im Gespräch kennen und schätzen zu lernen und ihre Deutschkenntnisse zu bewundern.
Kennenlernen durften die Konzertbesucher auch landestypische Köstlichkeiten (von den Syrern zubereitet), die – zusammen mit österreichischen Speisen – von den Pfadfindern zu einem tollen Buffet bunt zusammengestellt waren.
„Wunder gescheh’n“ hieß eines der letzten Lieder des Konzertes. Wunder sind möglich, wenn viele Menschen zusammenhelfen, auf vielfältige Weise andere unterstützen, sich ihnen zuwenden. Dieser Abend hat so manches Wunder spürbar gemacht.

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