Papst Franziskus: Vertraut dem Hl. Geist!



Prof. Hubert Gaisbauer, langjähriger ORF-Redakteur und vielfacher Buchautor, erzählte am Montag, 2. März, im Haus der Begegnung vor ca. 40 Zuhörern in sehr persönlicher Weise unter dem Thema „Wohin führt Papst Franziskus die Kirche?“ über seine Eindrücke am Ende des 2. Jahres des Pontifikats des Kirchenoberhauptes, das so ganz anders ist als die meisten seiner Vorgänger. Als eine Sympathieerklärung mit Bildern war es angekündigt, und diese Bilder, darunter viele Karikaturen, lockerten den sehr profunden und lebendigen Vortrag zusätzlich auf und unterstrichen die Hauptpunkte in der Persönlichkeit und in der Amtsauffassung des Hl. Vaters, der sich meist nur „Bischof der Kirche von Rom“ nennt und das Gemeinschaftliche und Kollegiale dem Regieren und Machtausüben vorzieht.
Schon bisher hat sich Hubert Gaisbauer besonders mit Papst Johannes XXIII. auseinandergesetzt hat, dessen Werk Franziskus weiterführen und aus dessen Geist er leben möchte. Im Vorjahr durfte Franziskus sein großes Vorbild heilig sprechen und sagte, Johannes habe sich durch eine „feinsinnige Folgsamkeit gegenüber dem Hl. Geist“ ausgezeichnet – eine Haltung, die ihn das II. Vatikanische Konzil einberufen ließ, dessen Umsetzung Franziskus besonders am Herzen liegt.
Nahezu täglich ermuntert er die Menschen – von den höchsten Kardinälen bis zu den ganz einfachen Menschen –, dem Hl. Geist endlich mehr Raum zu geben und die zahlreichen Schranken abzubauen, die wir so gerne zum Schutz unserer Bequemlichkeit und Mittelmäßigkeit errichten. Unermüdlich lädt er ein, uns auf den Weg zu machen an die Ränder der Gesellschaft und ohne Zögern die Schönheit des Evangeliums in unsere Welt zu bringen. Er ermutigt uns, eine Kultur der Zärtlichkeit zu entwickeln und zu leben und damit dem Beispiel Jesu zu folgen.
Natürlich kam auch der Gegenwind zur Sprache: Dass eine solche Gesinnung nicht jedem passt und dass sich in manchen Kreisen Widerstand regt, ist eine Tatsache. Und Papst Franziskus wird schon aus Altersgründen nicht alles verändern: Vor allem geht es ihm nicht um die Änderung der kirchlichen Strukturen und der Lehre, sondern darum, die Lehre der Kirche im Blick auf die jeweilige Zeit und ihre Nöte für den Menschen erfahrbar zu machen. Aber mit seinen Denkanstößen, seinen Personalentscheidungen, seiner Hinwendung vom Gesetz, von der Lehre zum Menschen, mit seinen vielen Zeichen, die er setzt, und seiner liebenswürdigen und spontanen Art ist er ein Wegbereiter, der Zukunft verheißt.

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